Seite 2: Crimson Desert im Test: Zuerst habe ich gelitten, jetzt bin ich verliebt

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Die Kämpfe sind eine Wucht, aber auch eine Herausforderung für Hände & Hirn

Während ich mit Kliff durch die Welt ziehe, bekomme ich es an nahezu jeder Ecke im Spiel mit fiesen Gestalten wie Banditen, Goblins, magischen Wesen und auch teils bombastisch großen Bossen zu tun.

Die Werkzeuge, die ich zu Beginn habe, wirken grundsätzlich vertraut. Leichte und starke Schläge sowie eine Ausweichrolle stehen mir zur Verfügung. Auch Blocken und Parieren kann ich – sogar auf unterschiedliche Weise.

Damit bin ich auch schon bei einem sehr wichtigen Punkt. Mit der Zeit bekomme ich nämlich so viele Möglichkeiten und Skills an die Hand, dass ich irgendwann gar nicht mehr weiß, wo oben und unten ist.

Halte ich etwa meinen Schild hoch, kann ich mit dem richtigen Timing Angriffe parieren und mir so ein kurzes Zeitfenster zum Attackieren verschaffen. Ich kann nach einer normalen Blockabwehr aber auch einen Schildschlag ansetzen und damit Feinde entwaffnen. Oder aber ich wehre ihren Angriff schon beim Ansturm ab und schleudere sie über meine Schulter.

Das alles mache ich mit derselben Taste, nur das Timing ist anders. Bei anderen Fähigkeiten müssen meine Finger auf dem PS5-Controller jedoch wahre Akrobatik an den Tag legen und beispielsweise R1+Dreieck, R1+R2 oder Dreieck+Kreis gleichzeitig drücken. Um besonders mächtige Angriffe auszuführen, muss ich diese ohnehin schon ungewohnten Kombis sogar noch miteinander verbinden.

Wenn ihr es jetzt mit der Angst zu tun bekommt, kann ich euch jedoch beruhigen – ihr müsst natürlich nicht alle Tools nutzen, die euch Crimson Desert für den Kampf an die Hand gibt. Ihr könnt euch auch auf die anfangs genannten Basics konzentrieren, ein, zwei Spezialfähigkeiten dazunehmen und kommt damit ganz gut durchs Spiel.

Wollt ihr hingegen richtig durchsteigen, müsst ihr euch aber nicht nur ganz viele Kombinationen merken, sondern die dann auch noch flüssig im Kampf einsetzen und zusammenbringen.

Video starten 9:00 Das Kampfsystem von Crimson Desert ist so vielseitig, dass ihr Wrestling, Magie, Schwerter und Gewehre kombinieren könnt

Dieses Training lohnt sich auch!

Habt ihr die Steuerung erst auf dem Kasten, bekommt ihr nämlich ein grandioses und unglaublich befriedigendes Kampfsystem, das in puncto Flexibilität, Style und Wucht neue Maßstäbe im Genre der Open World-Actionspiele setzt.

Wenn ich nach rund zehn Stunden in einen Kampf gehe und dort selbstbewusst pariere, mich mit kleinen Ausfallschritten blitzschnell über das Schlachtfeld bewege, Magie fokussiere und so 15 Gegner*innen um mich herum wegschleudere, in die Luft springe und mit Karacho einen Bodenangriff ausführe, Feinde über Klippen werfe oder sie im Wrestling-Stil umhaue, bekomme ich das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht.

Damit das flüssig klappt, muss ich übrigens meine Ausdauer und Geistkraft – das Mana im Spiel – im Blick behalten. Während mir bei leichten Schlägen niemals die Puste ausgeht, kann sich die Anzeige beim übermäßigen Gebrauch von schweren Angriffen und Spezialattacken ziemlich schnell leeren. Dann muss ich kurz durchatmen und kann auch nicht mehr blocken.

Ihr könnt nicht nur mit Kliff spielen: Im Rahmen der Story schalte ich noch zwei weitere Spielfiguren frei, die sich einige Fähigkeiten aus dem Skillbaum mit dem Hauptcharakter teilen, aber auch einige eigene mitbringen.

Kämpferin Damiane ist etwas agiler als Kliff und besitzt eine Pistole, mit der sie auch aus der Entfernung extrem tödlich agiert. Ork Oongka ist hingegen eher ein schwerer Haudrauf, der eine Kanone am Arm trägt und große Zweihänder schwingt.

Einmal freigeschaltet, kann ich in den meisten Fällen einfach wechseln – für die Hauptmissionen brauche ich in der Regel aber Kliff.

Damiane Damiane eignet sich für euch, wenn ihr gern flink unterwegs seid.

Oongka Mit Oongka tut stattdessen jeder Schlag weh.

Die Bosse sind nicht ohne, machen aber auch unglaublich viel Spaß

Ein Highlight sind zudem die Kämpfe gegen die unzähligen Bosse im Spiel. Die sind häufig wie kleine Rätsel aufgebaut und ich muss etwa Schwachstellen herausfinden oder meine Umgebung nutzen. Oftmals helfen mir bestimmte Kampftechniken dabei sehr – hin und wieder sind sie sogar die einzige Möglichkeit, die Kämpfe zu gewinnen.

In einem Bosskampf bekomme ich es beispielsweise mit einem fliegenden Schatten zu tun, den ich auf gewöhnlichem Weg schlicht nicht angreifen kann. Ich muss mir also Gedanken machen, wie ich möglichst schnell in die Luft komme, um dort meine magische Kraftfaust auf den Dämon sausen zu lassen.

Gelingt mir das, ist der Kampf nach drei Treffern beendet – komme ich nicht drauf, verläuft die Begegnung recht zäh, wodurch Frustmomente entstehen können. Im Fall des Schattens werden die gebrauchten Mechaniken allerdings im Verlauf der dazugehörigen Questreihe schon vorher genutzt, wodurch ich sie direkt im Kopf hatte. An anderen Stellen muss ich mir die Lösung hingegen komplett selbst erarbeiten.

Kailok Kailok ist der erste Story-Boss und noch sehr gut machbar – trotzdem waren wir beim ersten Versucht ziemlich überrascht, was das Spiel da plötzlich auffährt.

Reeddevil Der zweite Pflichtboss hat uns dann schon so einiges abverlangt.

Die vielen verschiedenen Ideen machen die Bosse zu einer unglaublich abwechslungsreichen Herausforderung.

Accessibility

Crimson Desert bietet nur sehr grundlegende Einstellungen für mehr Barrierefreiheit.

  • die Größe der Untertitel kann angepasst werden
  • die Empfindlichkeit der Kamera kann angepasst werden
  • Die Tastenbelegung bei der Steuerung mit Maus und Tastatur kann angepasst werden (beim Controller nicht)
  • Bewegungsunschärfe und Kamerawackeln können reduziert oder komplett abgeschaltet werden
  • Partikeleffekte können reduziert oder abgeschaltet werden

Verschiedene Schwierigkeitsgrade gibt es nicht. Allerdings gibt es im Spiel einige Möglichkeiten, um die Herausforderung zu senken. Mit bestimmten Items kann Kliff etwa nach dem Bildschirmtod wiederbelebt werden.

Text und Interface sind komplett ins Deutsche übersetzt, die Sprachausgabe ist jedoch nur in Englisch verfügbar.

Aber auch ganz generell haben es die Bosskämpfe durchaus in sich, wodurch sie sich stark von den Kämpfen im restlichen Spiel abheben. Während mir die Gefechte in der Open World und während der Quests abseits der Fingerakobatik nicht sonderlich viel abverlangen, komme ich hier regelmäßig ins Stocken.

So hauen mir die großen Brocken schnelle und lange Kombos um die Ohren, die zudem sehr viel Schaden machen und das oftmals über mehrere Phasen verteilt – hier muss ich richtig aufpassen, um nicht innerhalb von Sekunden das Zeitliche zu segnen.

Trotzdem hatte ich eine Menge Spaß in den Gefechten, auch wenn bei über 70 Bossen nicht jeder einzelne ein absoluter Hit ist. Der zweite Pflichtboss im Spiel, der immer wieder schnell zuhaut und dann verschwindet, hat mir zum Beispiel nicht sonderlich gefallen.

Es gibt zwar keine Schwierigkeitsgrade, mit denen ich mir die Kämpfe einfacher machen kann, ein paar wirksame Werkzeuge, um die Begegnungen wesentlich leichter zu gestalten, gibt mir das Spiel aber schon.

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Kommentare(9)
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