Seite 3: Crimson Desert im Test: Zuerst habe ich gelitten, jetzt bin ich verliebt

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Crafting, Ausrüstung und Skills machen Kliff stärker

Damit die Kämpfe leichter werden, kann ich mir etwa unbegrenzt viele Gerichte kochen, die mich wie in Zelda: Breath of the Wild im Kampf auf Knopfdruck heilen. Die Zutaten bekomme ich in der Spielwelt, indem ich etwa Pflanzen pflücke (und später auch anbaue), Angeln gehe oder einfach die entsprechenden Händler*innen besuche.

Mit den sogenannten Kraftpillen belebe ich mich sogar bei Bedarf im Kampf wieder. Da ich die später sogar sehr leicht herstellen kann, ist im Zweifel jeder Boss mit etwas Vorbereitung gut machbar – selbst wenn ich zwischendrin zehnmal den Löffel abgebe.

Außerdem kann ich natürlich auch nochmal umdrehen, wie beispielsweise in Elden Ring weiter die riesige Spielwelt erkunden und versuchen, stärker zu werden. Das gelingt unter anderem mit besserer Ausrüstung. Ich kann neue Rüstungen und Waffen erbeuten, herstellen oder bestehende verbessern – und hier machen schon kleine Wertsteigerungen einen großen Unterschied.

Beim Schmied können wir nicht nur Ausrüstung herstellen sondern auch verbessern. Beim Schmied können wir nicht nur Ausrüstung herstellen sondern auch verbessern.

Während ich von einfachen Gegnern übrigens mit allerhand Wegwerf-Waffen zugeschüttet werde, sind richtig starke, einzigartige Gegenstände selten und ich freue mich jedes Mal wie Bolle, wenn einer in meiner Tasche landet.

Will ich etwas selbst herstellen oder meine Ausrüstung verbessern, brauche ich Ressourcen, die ich wie die Zutaten in der Spielwelt bekomme. Ich fälle beispielsweise Bäume und sacke das Holz ein oder gehe mit der Spitzhacke auf die Jagd nach verschiedenen Erzen.

Das ist nicht nur eine entspannte Abwechslung zum sonst so actiongeladenen Gameplay, das ganze Upgrade-System fühlt sich durch die direkte und nachvollziehbare Verwertungskette auch organischer an, als etwa in Elden Ring, wo ich oftmals einfach Monster kloppe, um die für nahezu alles benötigten Seelen oder Upgrade-Materialien zu farmen.

Abyss-Artefakte sind das A und O für mehr Power

Eine weitere Möglichkeit, um stärker zu werden, sind die Grundwerte und Skills von Kliff. Um die zu verbessern, brauche ich sogenannte Abyss-Artefakte, die ich auf unterschiedlichen Wegen bekommen kann. Fülle ich meine Erfahrungsleiste durch das Bekämpfen von Feinden etwa komplett, erhalte ich ein Artefakt.

Manche liegen hingegen in der Spielwelt auf kleinen Schreinen und können einfach eingesackt werden, während ich für andere erst dicke Feinde überwältigen oder teils richtig knifflige und sehr unterschiedliche Rätsel lösen muss.

Wenn ihr auf so ein Gebilde stoßt, ist Rätselzeit angesagt. Wenn ihr auf so ein Gebilde stoßt, ist Rätselzeit angesagt.

Einmal löse ich direkt vor Ort eine Logik-Herausforderung, in der ich mit vier Hebeln vier unterschiedlich hohe Säulen bewegen muss. Jeder Hebel bewegt eine unterschiedliche Kombination aus Säulen und Ziel ist es, alle vier auf dieselbe Höhe zu bekommen. Für ein anderes Rätsel muss ich die Umgebung ganz genau untersuchen, um eine Karte an einer Felswand zu entdecken. Die führt mich dann zu einem ganz anderen und weit entfernten Ort, wo ich schließlich die Lösung für das eigentliche Problem finde.

Viele der Artefakte sind zudem versiegelt und können erst durch den Abschluss von dazugehörigen Herausforderungen geöffnet werden. Dabei handelt es sich um die verschiedensten Challenges. In einer muss ich etwa drei Gegner*innen besiegen, ohne zwischendrin getroffen zu werden, für eine andere muss ich zehn Pfeile mit dem Schild abwehren.

Diese Beispiele sind schnell erledigt, andere beschäftigen mich allerdings wesentlich länger. Wenn ich etwa mit drei unterschiedlichen Pferderassen jeweils eine bestimmte Strecke galoppieren muss, gilt es natürlich erstmal, die nötigen Vierbeiner unter Kliffs Hintern zu bekommen.

Auch wenn ich mir an der ein oder anderen Challenge die Zähne ausgebissen habe, mochte ich die Idee dahinter sehr. Statt gewohnter Levelaufstiege mit anschließender Punkteverteilung, muss ich mir meine Verbesserungen hier immer direkt verdienen. Das motiviert und sorgt dafür, dass sich das Aufleveln wertig anfühlt. Komme ich mit einer bestimmten Herausforderung nicht klar, ist das zudem kein Problem, da es im Spiel unzählige davon gibt.

Kampftechniken, Grundwerte und Ausrüstung

Einmal geöffnet, kann ich die Artefakte dann für verschiedene Dinge einsetzen. Ich kann zum Beispiel neue Skills in einem großen Fertigkeitenbaum erlernen. Nach der Freischaltung kann ich die dann häufig noch mit weiteren Artefakten verbessern oder erweitern.

Zahlreiche Skills in drei verschiedenen Abschnitten und hinter vielen Fähigkeiten verbergen sich noch Spezialisierungen. Zahlreiche Skills in drei verschiedenen Abschnitten und hinter vielen Fähigkeiten verbergen sich noch Spezialisierungen.

Mit “Fokus” kann ich etwa in eine Art Meditation verfallen, die meine Geistkraft im Kampf auffüllt. Skill-Erweiterungen erlauben es mir dann noch, dass ich während der Meditation Paraden durchführe oder ganze Heerscharen um mich herum per Druckwelle umschmeiße.

Besonders cool ist, dass ich viele Fähigkeiten auch in der Welt erlernen kann, indem ich sie mir bei anderen abschaue. Setzt ein Feind mehrfach eine Kampftechnik ein, die ich auch im Skill-Tree finde, hat Kliff das Prinzip verstanden und die Fertigkeit wird freigeschaltet, ohne dass ich ein Artefakt dafür aufwenden muss.

Die gesparten Exemplare kann ich dann verwenden, um stattdessen Lebenspunkte, Ausdauer und Geistkraft zu steigern. Im späteren Spielverlauf kann ich sie aber auch nutzen, um die Ausrüstung zu verbessern.

Was ich aber auf keinen Fall machen sollte, ist sie in großer Stückzahl zu horten. Jedes Artefakt belegt nämlich einen Inventarplatz und diese sind extrem begrenzt – und damit komme ich zu einigen Kritikpunkten von Crimson Desert.

Video starten 1:45 Crimson Desert zeigt im Launch-Trailer, was das massive Open World-Spiel alles auf dem Kasten hat

Dinge, die Crimson Desert noch ändern sollte – und auch sehr leicht könnte

Frustrierendes Inventar

Ihr habt es bereits gelesen, während ich mit Kliff durch die Welt reise, sammle ich Rohstoffe, Pflanzen, Ausrüstung und Artefakte ein und all diese Gegenstände landen in meinem Inventar. Aber nicht nur die, denn dazu gesellen sich allerhand Questitems, Rezepte und Verbrauchsgegenstände – sogar mein Silbervorrat (die Währung im Spiel) belegt einen eigenen Slot.

Gehe ich in der Stadt etwa an eine von diversen Anschlagtafeln, um dort die Gesuche von Bewohner*innen oder Kopfgeldaufträge anzunehmen, landet der dazugehörige Zettel in meinem Inventar und bleibt auch dort, bis ich die jeweilige Quest abgeschlossen habe.

Das Inventar ist besonders am Anfang arg begrenzt und wirklich alles landet darin. Das Inventar ist besonders am Anfang arg begrenzt und wirklich alles landet darin.

Meine Taschen kann ich mit der Zeit zwar immer weiter vergrößern, besonders am Anfang passiert es mir aber ständig, dass mir beim Öffnen einer Kiste die Meldung “Dein Inventar ist voll” angezeigt wird. In einem Spiel, in dem ich an jeder Ecke etwas aufheben und sammeln möchte, ist das super nervig und schmälert den Spielspaß am Anfang spürbar.

Abseits des Inventars gibt es aktuell auch keine Möglichkeit, etwa Crafting-Ressourcen irgendwo einzulagern. Alles, was ich aktuell oder irgendwann in der Zukunft brauche, schleppe ich in meinen Taschen mit mir herum.

Die Kamera

Hin und wieder stellt mich auch die Kamera auf die Probe, etwa beim Reiten. Da ich mit wiederholtem Druck auf die X-Taste beschleunige und hohe Geschwindigkeiten sogar nur durch dauerhaftes Hämmern aufrechterhalten kann, ist mein Daumen nicht frei, um die Kamera mit dem rechten Stick zu bedienen.

Da es bei der Bewegung durch die Spielwelt aber keinerlei Hilfe gibt, die die Ansicht etwas korrigiert und auf meine Aktionen eingeht, schaue ich nach jeder Kurve seitlich auf Kliff.

Fehlende Quality of Life-Features

In anderen Situationen ist Crimson Desert zudem unnötig sperrig. Wenn ich etwas Illegales anstellen möchte – also beispielsweise in einem Lagerraum zum Langfinger werden will – muss ich vorher eine Maske aufsetzen und mein Gesicht verstecken.

Dafür gibt es im Charaktermenü von Kliff sogar ein eigenes Ausrüstungsfeld. Wenn ich die Maske ausgerüstet habe, kann ich sie allerdings nicht je nach Bedarf auf- und absetzen. Um sie abzulegen, muss ich sie stattdessen immer wieder zurück ins Inventar stecken.

Ein paar weitere Kleinigkeiten im Schnelldurchlauf:

  • Es gibt Erinnerungen, die ich in der Spielwelt finden kann (hin und wieder sogar muss). Um sie abzuspielen, muss ich aber einen speziellen Helm aufsetzen, den ich davon ab nicht brauche und dann – ihr ahnt es schon – im Inventar lagern muss
  • Mehrere Dokumente im Inventar zu lesen ist sehr zäh, weil ich nach jedem Papier aus dem Inventar fliege und wieder zurückkehren muss.
  • Wenn ich an einem Faustkampf-Turnier teilnehmen möchte, muss ich meinen zweiten Waffenslot vorher manuell auf die Hände umstellen.
  • Wenn ich in Läden Rezepte oder Bücher sehe, weiß ich nicht, ob ich sie schon gelesen habe – bei hunderten Anleitungen kann ich mir das aber unmöglich merken. Hier würde ein kleiner “gelesen”-Hinweis bereits Abhilfe schaffen.

Bei den Kritikpunkten handelt es sich – abseits des Inventars – um Kleinigkeiten. Von denen gibt es allerdings einige, die insbesondere den Einstieg ins Spiel erschweren.

Immerhin sind das Dinge, die Pearl Abyss relativ fix aus der Welt schaffen kann. Schon während der Review-Phase wurden einige nervige Kleinigkeiten geändert und damit deutlich verbessert. So bestand das zum Start ohnehin schon kleine Inventar ursprünglich aus lediglich 20 Plätzen. Jetzt sind es immerhin deren 50 und ich kann die Taschen auch einfacher vergrößern.

Wenn sie Schriftstücke aller Art sowie Questitems jetzt noch auslagern und mich Crafting-Materialien und Ausrüstung in einer eigenen Kiste verstauen lassen, wäre beim Thema Inventar beispielsweise alles geritzt. Letzteres ist zumindest für die nahe Zukunft bereits angekündigt.

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