Fazit: Crimson Desert im Test: Zuerst habe ich gelitten, jetzt bin ich verliebt

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Fazit der Redaktion

Kevin Itzinger

Seit den zuletzt erschienenen Previews gab es zuhauf Vergleiche mit den neuen Zelda-Teilen oder auch Arthur Morgans Western-Abenteuer aus Red Dead Redemption 2. Nach vielen Stunden in Crimson Desert kann ich die auch sehr gut verstehen. 

In der Open World lasse ich mich treiben, erkunde Orte, die ich schon aus der Ferne erspähen kann und erlebe dabei ein ganz eigenes Abenteuer. 

Das Spiel nimmt mich dabei nicht an die Hand, sondern stellt mir nur einen riesengroßen Sandkasten samt einer absurd großen Auswahl an Spielzeugen zur Verfügung. 

Probleme lassen sich kreativ lösen, etwa wenn ich mit meinem Schwert das Sonnenlicht reflektiere, um ein Feuer zu legen oder einen Baum fälle, um ihn als Brücke zu nutzen. 

Crimson Desert hat mich dahingehend wirklich überrascht, denn beim Durchstreifen der verschiedenen Landstriche erlebe ich eben jenes besondere Gefühl, das ich zuletzt nur bei Zelda oder Elden Ring verspürt habe. 

Ich will vor dem Schlafen gehen nur noch diese eine Ruine im Wald dort drüben erkunden. Nur noch diesen einen Turm erklimmen oder das eine Lager befreien. 

Als Fan spannender Geschichten wurde mir zwar ziemlich schnell klar, dass eben die nicht die große Stärke des Spiels sind, aber das war mir schon nach wenigen Stunden total egal – genau wie bei Links letzten Abenteuern. 

Die Spielwelt und das Kampfsystem haben mich nämlich so sehr begeistert, dass sie mich darüber hinaus sogar von den im Test genannten Schwächen, wie der teils überladenen Steuerung und dem miserablen Inventar, abgelenkt haben.

Selbst in seiner jetzigen Form hat Crimson Desert das Potential, mein Spiel des Jahres zu werden. Wenn die Performance auf der Konsole noch stimmt und der Day 1-Patch vielleicht sogar noch ein paar nervige Dinge aus der Welt schafft, könnte das Action-Adventure für mich sogar noch einen kleinen Schritt nach oben auf dem Wertungstreppchen machen.

Stephan Zielke

Ich glaube, an Crimson Desert werden sich die Geister scheiden. Das Spiel ist sperrig, erklärt kaum etwas und steuert sich teilweise wie ein rostiger Panzer im Rückwärtsgang. Aber für mich hat es nach ein paar Stunden Klick gemacht, und ich kam nicht mehr davon los.

Selten hatte ich bei der Erkundung einer Welt so viel Spaß wie hier. Immer gab es etwas zu entdecken: eine Ruine mit einer neuen Waffe, ein Rätsel für einen Skillpunkt oder einfach ein neues Kochrezept, mit dem ich mir die nächsten Bosse einfacher machen kann. Die Kämpfe sind fordernd, aber spaßig. Egal ob die Massenschlägereien rund um Burgen oder die harten Bosse, die mich manchmal wirklich an meine Grenzen gebracht haben.

Aber auch abseits davon ist Crimson Desert mit unglaublich viel Content vollgestopft. Allein mit dem Handelssystem habe ich mehr Zeit verbracht, als ich zugeben möchte, und ich bin eigentlich ständig auf Kopfgeldjagd, wenn ich mich nicht um meine Farm kümmere, Pferderennen bestreite oder neue Forschungen freischalte. Selbst nach 100 Stunden habe ich immer noch das Gefühl, dass ich längst nicht alles gesehen habe, was das Spiel zu bieten hat. Dazu kommt eine Präsentation, die mich oft einfach nur umgehauen hat.

Mich hat das Ganze total abgeholt und Crimson Desert ist für mich persönlich schon ein heißer Anwärter auf mein GotY. Doch uneingeschränkt empfehlen würde ich es nicht. Denn ich kann auch jeden verstehen, der nach zehn Stunden entnervt aufgibt.

Wertungstendenz: 89

5 von 5



Kommentare(9)
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