Seite 4: Crimson Desert im Test: Zuerst habe ich gelitten, jetzt bin ich verliebt

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Die große Stärke von Crimson Desert

Die genannten Kritikpunkte gehen mir beim Spielen – insbesondere in den ersten Stunden – ziemlich auf den Zeiger und dennoch vergesse ich den Ärger darum in der Regel schon nach wenigen Augenblicken – und das ist den großen Stärken von Crimson Desert geschuldet.

Denn nicht nur das Kampfsystem und die spaßige Progression haben einiges auf dem Kasten, auch die Spielwelt und die unglaubliche Auswahl an Aktivitäten darin haben mich schwer begeistert.

Nicht selten habe ich mir zu Beginn einer Spiel-Session ein Ziel auf der Karte gesetzt, nur um dann drei Stunden später zu überlegen, was ich eigentlich geplant hatte. Unterwegs wurde ich nämlich an jeder Ecke von irgendeiner spannenden Ruine, einem packenden Rätsel, einem nahegelegenen Abyss-Artefakt oder versteckten Geheimnissen und Herausforderungen abgelenkt.

Am Horizont gibt es immer eine Menge zu entdecken. Am Horizont gibt es immer eine Menge zu entdecken.

Danach stehe ich am Rande einer Klippe, um mir zu überlegen, wie ich denn nun endlich zu meinem geplanten Ziel komme. Dabei entdecke ich im Tal vor mir aber wieder mehrere Spots, die ich unbedingt erkunden möchte. Das liegt auch daran, weil sich die Erkundung der riesigen Spielwelt oftmals wirklich lohnt, weil ich entweder ein Artefakt erbeute, eine neue Fähigkeit lerne oder starke Ausrüstung entdecke.

Selbst die typischen Open World-Camps, die von Banditen und anderen Fieslingen bevölkert werden, haben oftmals einen Zweck, der mich auch nach unzähligen Stunden noch motiviert. Die Bösewichte besetzen nämlich häufig Orte, die einer von vielen Fraktionen, wie einer Bettlergilde, der hiesigen Baronie oder einer ortsansässigen Nervenheilanstalt, angehören. Befreie ich beispielsweise einen Fischereihafen, kehrt im Anschluss die Bevölkerung dahin zurück.

Damit schalte ich nicht nur neue Händler*innen und Missionen frei, auch mein Ruf bei der jeweiligen Gruppierung steigt. Das führt wiederum zu neuen Missionen, Herausforderungen und Vergünstigungen.

Einige Fraktionen haben dabei sogar gänzlich neue Spielsysteme im Gepäck. Bei einem Waldvolk muss ich beispielsweise zuerst herausfinden, wie ich überhaupt in ihr Dorf gelange. Um das zu schaffen, muss ich unter anderem auf ein durch den Wald stapfendes Waldwesen klettern, um ein wertvolles Schmuckstück von seinem Kopf zu mopsen.

Forschungsinstitute lassen sich bei verschiedenen Fraktionen freischalten und bringen unter anderem sehr wertvolle Rezepte. Forschungsinstitute lassen sich bei verschiedenen Fraktionen freischalten und bringen unter anderem sehr wertvolle Rezepte.

Im Anschluss kann ich nicht nur weitere Missionen für die Gruppierung erledigen, sondern auch deren Forschungsinstitut nutzen, um neue Rezepte und Verbesserungen freizuschalten.

Für eine Handelsgilde muss ich hingegen Nachforschungen zu einem Verräter in den eigenen Reihen führen. Löse ich den Fall, werde ich mit ausreichend Ressourcen für einen Camp-Ausbau belohnt und schalte zudem ein cooles Handelssystem frei, mit dem ich Waren mit Fraktionen tauschen kann und dabei auf aktuelle Kurse sowie ausreichend verfügbare Kutschen achten muss, um möglichst viel Profit zu machen.

Das macht Spaß und gibt mir nicht nur weitere Möglichkeiten an die Hand, sondern verleiht der Spielwelt auch sehr viel Leben. Die Welt verändert sich und wenn ich plötzlich von einem Fremden angesprochen werde, der sich bei mir bedankt, weil ich ihn durch eine meiner Taten unwissentlich gerettet habe, laufe ich direkt noch motivierter zur nächsten Mission.

Aber auch, wenn ich gerade mal keine Lust auf Kämpfe, Rätsel oder Nebenquests habe, ist das kein Problem, denn ich kann mir die Zeit auch mit einer der vielen anderen Aktivitäten vertreiben. Allein in den Ausbau des Camps kann ich viel Zeit stecken, mein Haus kann ich im Stil von Sims komplett einrichten, ich kann Fischen gehen, Pferde zähmen oder ganz einfach Stein-Schere-Papier mit Kindern auf der Straße spielen.

So funktioniert das Camp: Schon nach ungefähr 3-4 Stunden schalte ich das Lager frei, das wie ein Hub für viele Aktivitäten und Charaktere funktioniert. Mit der Zeit schalte ich dort – beispielsweise über neue Graumähnen-Mitglieder – neue Möglichkeiten frei. Ich kann etwa weitere Aufträge annehmen, Handel betreiben oder verschiedene wichtige NPCs wie einen Schmied ansiedeln. Auch kann ich dort Landwirtschaft betreiben und mich mit vielen wichtigen Ressourcen versorgen.

Außerdem kann ich Camp-Mitglieder auf Missionen schicken und sie zum Beispiel anweisen, beim Bau eines Hauses im Dorf zu helfen. Das bringt mir dann wiederum Zuspruch in der Bevölkerung und überaus nützliche Ressourcen ein. Oder aber ich schicke sie aus, um große feindliche Stützpunkte zu schwächen. In dem Fall habe ich später leichteres Spiel, wenn ich selbst vor Ort bin, was nicht nur eine große Hilfe ist, sondern sich auch einfach richtig gut anfühlt.

Weitere Aktivitäten in der Spielwelt:

  • Camp-Ausbau
  • Housing a la Sims
  • Fischen
  • Kochen
  • Pferde fangen
  • Tränke brauen
  • Landwirtschaft
  • Stein-Schere-Papier
  • Armdrücken
  • Schatzsuche
  • Faustkämpfe
  • Schießwettbewerbe
  • Wettrennen
  • “Poker”
  • Kopfgeldjagd
  • Handeln
  • Bei der Bank spekulieren
  • Forschung
  • Haustiere sammeln

Video starten 8:38 Basisbau, Landwirtschaft und Rechtssystem: Crimson Desert verspricht gigantische Spieltiefe

Selbst, wenn ich es mal ganz ruhig haben möchte, spaziere ich durch den Wald, katalogisiere zahlreiche Tiere, Insekten oder Pflanzen und schwinge nebenher Spitzhacke, Axt oder Angel. Damit fülle ich nicht nur den Kodex des Spiels, ich entdecke auch neue Zutaten für mächtige Rezepte und Blaupausen.

Seid ehrlich, würdet ihr hier nicht auch einen Spaziergang in Betracht ziehen? Seid ehrlich, würdet ihr hier nicht auch einen Spaziergang in Betracht ziehen?

Egal, ob es sich dabei um umfangreiche Aufgaben oder nur kleine Minispiele handelt – jedes Element funktioniert wunderbar und macht Spaß. Crimson Desert ist außerdem so vollgestopft, dass ich selbst nach 80 Stunden noch neue Inhalte und Aktivitäten freischalte.

Die Frage, ob so viele Systeme in einem Spiel funktionieren und Spaß machen können, lässt sich also ziemlich deutlich mit “Ja!” beantworten. Die Spielwelt ist ein riesengroßer Sandkasten, in dem ich mein ganz eigenes Abenteuer erleben kann und dass das so viel Freude bringt, liegt zusätzlich auch daran, dass Crimson Desert fantastisch aussieht!

Traumhafte Optik, so weit das Auge reicht

In den Trailern wird bereits klar, dass Crimson Desert mit einer beeindruckenden Grafik glänzt. Vor allem die Weitsicht und die auch aus der Ferne noch erkennbaren Details haben mich schwer beeindruckt. Beides trägt so auch maßgeblich dazu bei, meinen Erkundungsdrang immer weiter am Leben zu halten. 

Aber auch Texturen, Schatten und Lichtstimmungen sehen in der PC-Version atemberaubend gut aus und Tag-, Nacht- sowie Wetterwechsel sorgen neben den fünf verschiedenen Biomen von der Wüste bis hin zum dichten Laubwald für enorme visuelle Abwechslung. 

Schlucht Im zweiten Gebiet gehts von grünen Wäldern in eine heiße Felslandschaft.

Der Abyss Der Sonnenaufgang ist auch vom Abyss aus schön anzusehen.

Dass die Welt trotz der Größe zudem komplett handgebaut ist, erkenne ich ebenfalls, da jeder Winkel in jedem Wald, auf jeder Wiese und auf jedem Berg bis ins kleinste Detail und mit viel Liebe gestaltet wurde. Während meiner Reise durch Pywel habe ich daher im Sekundentakt neue Postkartenmotive im Blick.

Technik: Auf dem PC gehört Crimson Desert zu den am besten optimierten Spielen, die ich in den vergangenen Jahren gespielt habe. Das Verhältnis zwischen eingebrachter Leistung und dem visuellen Ergebnis ist beeindruckend.

Während der Testphase konnte ich auch keine nennenswerten Schwankungen erleben, das Spiel lief – einmal per Einstellung an mein System angepasst – durchweg flüssig.

Mein Testsystem verfügt über eine RTX4080, einen i9-13900KS und 64GB Ram. Damit konnte ich das Spiel in 4K, mit DLAA, aktiver Frame Generation und allen Details auf maximaler Stufe (Filmisch) bei durchschnittlich 80-90 fps spielen.

Das beeindruckende Ray Reconstruction, das die Beleuchtung auf ein noch besseres Level hebt, konnte ich ebenfalls ohne Probleme nutzen – dafür musste ich, um die selbe Bildrate zu erreichen, allerdings DLSS auf “Balanced” schalten.

Und wie sieht es mit Bugs aus? Während unserer Reise durch Pywel sind wir (Co-Tester Stephan und ich) auf einige Bugs gestoßen. Hin und wieder gab es kleine Clippingfehler und einmal ist Kliff durch den Boden gefallen, wurde aber nach 5 Sekunden wieder nach oben gebeamt. 

Gelegentlich ist zudem das Aufploppen nahe gelegener Steinchen und Gräser deutlich zu sehen und hin und wieder flackert ein Schatten.

Zweimal mussten wir einen Speicherstand neu laden, weil der Fortschritt einer Quest nicht registriert wurde – in einem Fall verloren wir dadurch sogar eine Stunde Progress. Das ist ärgerlich, mit Blick auf die Größe und den Umfang des Spiels aber verkraftbar. Die meiste Zeit über hatten wir keine Probleme mit der Technik.

Fehler in der Lokalisierung: Die deutsche Übersetzung ist grundsätzlich in Ordnung, hier und da haben sich aber ein paar merkwürdige Wörter (im Hauptmenü ist der Button zum Beenden des Spiels etwa mit "Abbrechen" betitelt) und auch unterschiedliche Bezeichnungen für ein und die selbe Sache eingeschlichen. Der Day 1-Patch soll dahingehend noch Anpassungen bringen.

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