Ich liebe den One Piece-Anime, für mich ist er aber zum Störfaktor mutiert - so kann ich die Live-Action-Serie nicht genießen

Annika hat gerade erst mit dem One Piece-Anime begonnen und war begeistert, bis Staffel 2 der Live-Action-Adaption anlief.

Manchmal ist es besser, wenn man zuerst nur eine Adaption genießt. (© Eiichiro Oda, Shueisha Toei Animation Netflix) Manchmal ist es besser, wenn man zuerst nur eine Adaption genießt. (© Eiichiro Oda, Shueisha / Toei Animation / Netflix)

Schon als Kind saß ich vor dem Fernseher und habe Animes wie Pokémon, Kickers oder Dragon Ball geschaut. Ich konnte gar nicht genug von den japanischen Zeichentrickserien bekommen. One Piece fand bei mir aber irgendwie nie Anklang – Piraten waren damals wohl einfach nicht so mein Ding.

Dank der Live-Action-Adaption habe ich mittlerweile aber Zugang zum Kult-Anime gefunden und angefangen, ihn begeistert nachzuholen. Das Ganze hat aber auch einen Nachteil: So sehr ich mich in den Anime verliebt habe, so sehr macht er mir jetzt die Netflix-Serie kaputt.

Annika Bavendiek
Annika Bavendiek

Annika konnte damals nichts mit Piraten-Geschichten wie One Piece anfangen. Erst Jahre später – vor allem dank Fluch der Karibik und Assassin’s Creed 4: Blag Flag – änderte sich das. So richtig Klick hat es bei ihr und One Piece gemacht, als sie die erste Staffel der Live-Action-Adaption auf Netflix geschaut hat.

Video starten 1:32 One Piece auf Netflix: Hier ist der erste Trailer zu Season 2!

Das Vorwissen durch den Anime hat mir fast die Netflix-Serie kaputt gemacht

Dank der Remaster-Folgen des originalen Animes auf Netflix habe ich es endlich geschafft, in den One Piece-Anime einzusteigen. Als Vorbereitung, und angetrieben durch die Vorfreude auf Staffel 2 der Live-Action-Serie, habe ich daher mittlerweile die ersten 61 verfügbaren Folgen und damit die East Blue Saga nachgeholt – und bin trotz anfänglicher Irritation durch die Namensänderungen (z.B. Luffy statt Ruffy) bereits zum Fan mutiert. 

Während ich ungeduldig auf den nächsten Schwung an Anime-Folgen wartete, erschien glücklicherweise die zweite Staffel der Live-Action-Adaption, also konnte ich direkt damit weitermachen. Zu meiner Überraschung konnte ich den Anfang von Staffel 2 aber so gar nicht genießen. Der Grund dafür ist der Anime.

Anders als noch bei Staffel 1, hatte ich in diesem Fall nun etwas Vorwissen durch den Anime. So fiel mir sofort auf, dass in Loguetown zum Beispiel der Koch-Wettbewerb ausgelassen wurde. Gestrichene Inhalte sind aber weniger das Problem. Was mich viel mehr rausriss, waren Änderungen, die die Timeline und Handlung des Animes veränderten. 

Plötzlich tauchten Charaktere wie Bartolomeo auf, die ich aus dem Anime noch nicht kenne. Und die Geschehnisse beim Schafott verwirrten mich, da alles ein bisschen anders ablief. Dadurch habe ich mich ständig beim Schauen gefragt, wie es nochmal im Anime war, ob ich gerade etwas übersehen oder nicht verstanden habe. 

Da die Live Action-Adaption viel mehr Inhalt in kürzerer Zeit verpackt und das Tempo damit vergleichsweise hoch ist, kam mein Kopf so kaum zur Ruhe. Immer passiert etwas, was mich kurz verwirrte. Es fühlte sich an, als hätte ich einen Knoten im Kopf. 

Mit Folge 2 wurde es dann zum Glück besser, da mir ab Reserve Mountain das Anime-Vorwissen wieder fehlte. Ich konnte wieder entspannt und neugierig zuschauen. Dieser Kontrast machte mir deutlich, dass es zumindest für mich und meine verkopfte Art nicht ideal ist, den Anime vor der Live-Acton-Adaption zu schauen. 

Andersherum, so wie ich es eben bei der ersten Staffel 1 erlebt habe, war es für mich dagegen kein Problem, da der Anime mehr Kontext und Inhalte liefert. Von Live-Action auf Anime erlebe ich mehr vom Gleichen, vom Anime auf die LA-Adaption verknotet sich mein Hirn, weil mir Änderungen und fehlende Inhalte bewusst auffallen und zu vielen Überlegungen führen.

Meine Konsequenz daraus: Ich breche den Anime ab – vorerst

Da ich mit der Live-Action-Serie eingestiegen bin und sie mir dadurch einen Tick wichtiger ist als der Anime, möchte ich die Netflix-Adaption so gut genießen wie eben möglich. 

Vermutlich würde ein größerer zeitlicher Abstand zwischen dem Schauen des Animes und der Live-Action-Serie auch schon helfen, aber ich möchte lieber auf Nummer sicher gehen. Das heißt dann zwar, dass ich weiter lange warten muss, bis es für mich mit dem Anime weitergeht, aber dann ist das eben so.

Wie ergeht es euch mit dem Vergleich zwischen Anime und Live-Action-Serie? Habt ihr etwas Ähnliches erlebt? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.


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