Project Helix – Unter diesem Codenamen werkelt Microsoft an der Next-Gen-Xbox. Das hat die neue Xbox-CEO Asha Sharma per Tweet angekündigt, keine drei Wochen, nachdem sie das Amt von Phil Spencer übernommen hat. Aber nicht nur der interne Name wurde verraten, sondern auch, was sie besonders macht: Sie soll auch PC-Spiele abspielen können.
Ich habe mir eine PC-Kompatibilität auf Konsolen bereits seit der Xbox 360 gewünscht, also schon vor locker 20 Jahren. Aber nun, da die Katze aus dem Sack ist, kann ich mich noch nicht wirklich darüber freuen. Und schuld daran ist ausgerechnet das Ende 2025 veröffentlichte Xbox ROG Ally.
This is not my Xbox
Project Helix ist mit Sicherheit schon viele Jahre in der Entwicklung. Von der neuen Konsole hatten sowohl Phil Spencer als auch die ebenfalls zurückgetretene Xbox-Präsidentin Sarah Bond mehrfach gesprochen beziehungsweise ihre Existenz bestätigt.
Unter anderem in einem Video, das eine erneute Kooperation mit Chip-Lieferant AMD in Aussicht stellte:
1:18
Nächste Xbox-Generation: Microsoft geht strategische Partnerschaft mit AMD ein
Bond war es auch, die in einem Interview mit Mashable das ASUS ROG Xbox Ally ins Gespräch brachte, als sie gefragt wurde, ob sich die nächste Microsoft-Konsole stärker dem PC zuneigen würde.
Zusätzlich gab es Gerüchte von Industrie-Insidern darüber, dass auf der noch geheimen Konsole Windows (11) als Betriebssystem laufen wird, nur eben mit einer Xbox-Oberfläche, der sogenannten Full Screen Experience (FSE). Damit hätte sie genau dasselbe Konzept wie der Xbox-gebrandeten ASUS-Handheld.
Nach vielen Monaten mit dem Gerät haben sich bei mir aber so einige Kritikpunkte, vor allem an Windows 11 als Betriebssystem, angesammelt. Und die haben auf einem Handheld – und somit dann auch einer kommenden Xbox-Konsole – in meinen Augen nichts zu suchen:
- Windows 11 ist enorm aufgebläht: Standardmäßig werden darüber für Spieler*innen komplett irrelevante Apps wie LinkedIn und Office installiert, zudem ploppen im Desktop-Modus und während der Einrichtung ständig KI-Funktionen wie Copilot ins Bild.
- Updates sind eine langwierige Qual: Windows 11 ist ein komplexes Geflecht zahlreicher Programme und Apps. Daher dauern Updates meist länger als 10 Minuten – trotz schneller Internetleitung. Während der Einrichtung des ROG Xbox Ally habe ich mehr als 90 Minuten mit Updates verbracht!
- Die Xbox-App für Windows ist keine nahtlose Oberfläche: Die noch recht neue Full Screen Experience in der Xbox-App für Windows 11 hat noch immer etliche Bugs bei der Bedienung und ist nicht komplett zu Ende gedacht. Viele Updates lassen sich beispielsweise nicht über sie starten und wichtige Systemfunktionen nicht erreichen.
- Komplizierte Problembehebung: Läuft im Hintergrund Windows, schleichen sich auch Windows-Bugs in die Spielumgebung ein. Vor allem, wenn es zu Inkompatibilitäten mit bestimmten Spielen oder dafür notwendigen Software-Paketen kommt.
- PC-Spiele können nervige Eigenheiten haben: Während ein Konsolenspiel in der Regel schnell installiert ist und wenig "Pflegebedarf" hat, sind an PC-Titel häufig Launcher und Zusatzfenster geknüpft, die sich nicht immer gut mit dem Controller bedienen lassen. Zudem kommen ja noch Grafikeinstellungen hinzu, die erstmal für die jeweilige Hardware angepasst werden müssen.
- Shader-Berechnungen können Performance lahmlegen: Während Xbox-Spiele mit vorberechneten Shadern (sprich Grafikeffekten wie Nässe und Glanz) ausgeliefert werden, müssen sie am PC erst beim ersten Spieldurchgang für ein ruckelfreies Spielvergnügen für die jeweilige Hardware-Konfiguration “übersetzt” werden.
Mittlerweile gibt es zwar in vielen Spielen einen Extra-Schritt dafür, aber längst nicht bei allen. Das Steam Deck nutzt hingegen für die Shader-Auslieferung eine von der Community unterstützte Datenbank, die durchgängig um neue Daten erweitert wird. In der Xbox-App gibt es eine von Microsoft gesteuerte Alternative aber bislang nur für ein paar wenige Titel und auch nur am ROG Xbox Ally (X).
Aufgrund all dieser Punkte fällt es mir derzeit schwer, mich auf eine PC-Xbox zu freuen – sofern sie denn in der Tat wie das ROG Xbox Ally im Kern ein Windows 11-Rechner ist, der um eine mit einem Controller bedienbare Oberfläche erweitert wurde.
Zumal diese aktuell noch nicht wirklich ausgereift ist und auch nicht völlig durchdacht wirkt. Mein Wunsch für Project Helix wäre daher ein schlankes, komfortables und flottes Xbox-OS als Basis, das bei Bedarf auf eine Windows-Oberfläche wechseln kann, die rein auf das für Gaming notwendigste reduziert ist.
Sollte Project Helix aber am Ende tatsächlich auf eine recht gewöhnlich Windows 11-Installation setzen, dann hoffe ich, dass Team Grün noch kräftig daran schraubt. Denn in seiner jetztigen Form sollte keine Konsole so sein, wie aktuell der ROG Xbox Ally.
Oder wie seht ihr das? Wo seht ihr das größte Potenzial für die neue Xbox?
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