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Pokémon Diamant/Perl für Switch im Test: Liebevolles Remake einer fantastischen Generation

Mit Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle kehrt die vierte Generation auf die Nintendo Switch zurück. In unserem Test erfahrt ihr, ob sich die Neuauflage lohnt.

von Linda Sprenger,
17.11.2021 15:00 Uhr

Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle im Test für Nintendo Switch. Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle im Test für Nintendo Switch.

Pokémon-Fans wünschen sich schon seit einer gefühlten Ewigkeit ein Remake von Diamant und Perl, schließlich gehört die vierte Generation aufgrund der abwechslungsreichen Welt von Sinnoh zu den beliebtesten Game Freak-RPGs überhaupt. Mit Strahlender Diamant und Leuchtende Perle wird dieser Wunsch nun wahr. Die Switch-Neuauflage entpuppt sich dabei sowohl für Neulinge als auch für alte Serienfans als kunterbunter Pokétraum, der die traditionelle Formel gekonnt wiederaufleben lässt. Viel mehr als das solltet ihr aber nicht erwarten.

Pokémon Strahlender Diamant/Leuchtende Perle - Kerninfos

  • Release: 19. November 2021
  • Plattform: Nintendo Switch
  • Preis: 59,99 Euro

Unterschiede zwischen Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle

Die Neuauflage der vierten Pokémon-Generation besteht erneut aus zwei spielerisch identischen Editionen. Es gibt lediglich marginale inhaltliche Unterschiede, denn sowohl in Strahlender Diamant als auch in Leuchtende Perle findet ihr eine Handvoll Pokémon, die es in der jeweils anderen Version nicht gibt. Alle Unterschiede zwischen Diamant und Perl findet ihr in diesem separaten GamePro-Artikel.

Start ins neue (alte) Abenteuer - Das erwartet euch in Diamant und Perl

Ihr habt die 2007 erschienenen Nintendo DS-Originale verpasst? Dann fassen wir das grundsätzliche Spielprinzip noch einmal kurz für euch zusammen, alle anderen können direkt zum Punkt “Neuerungen” springen.

Ihr startet wahlweise als Trainer oder Trainerin, wählt eines der drei Starter-Pokémon (Plinfa, Chelast oder Panflam) aus und startet ins große Abenteuer. Kein geringerer als der berühmte Pokémon-Professor Eibe hat euch auserkoren, um alle 490 Monsterchen in der Sinnoh-Region zu schnappen und damit den Pokédex zu vervollständigen.

Einen ersten Eindruck verschafft euch der Gameplay-Trailer:

Pokémon DiamantPerl - Neuer Gameplay-Trailer zum Switch-Remake 2:32 Pokémon Diamant/Perl - Neuer Gameplay-Trailer zum Switch-Remake

Und nicht nur das: Ihr sollt außerdem acht Arenaorden sammeln und anschließend in der Pokémon-Liga gegen Sinnohs Elite antreten, um als neuer Champ in die Geschichte einzugehen. So weit, so bekannt. So weit, so klassisch. Keine Naturzone, keine Inselprüfungen, keine weiteren großen Abweichungen von der altbekannten Formel.

Auch die rundenbasierten Kämpfe funktionieren nach dem guten alten Stein-Schere-Papier-Prinzip: Feuer schlägt Pflanze, Pflanze schlägt Wasser, Wasser schlägt Feuer, und so weiter. Wie in allen anderen Pokémon-Spielen von Game Freak fordern uns die Monster-Reibereien allerdings kaum.

Die Kämpfe funktionieren nach gewohnt rundenbasiertem Prinzip. Auffällig ist, wie malerisch und detailliert die Kampfumgebungen diesmal gestaltet sind Die Kämpfe funktionieren nach gewohnt rundenbasiertem Prinzip. Auffällig ist, wie malerisch und detailliert die Kampfumgebungen diesmal gestaltet sind

Nicht einmal Kämpfe gegen Sinnohs Arenaleiter und -Leiterinnen bringen uns ins schwitzen. Das ist aber nicht zwingend schlecht. Diamant und Perl leben vom entspannten Sammeln, Trainieren und Kämpfen, das uns dank der vielen cool designten Monster der vierten Generation heute so motiviert wie damals. 

Die Neuerungen in Strahlender Diamant und Leuchtende Perle

Aber was genau macht die Neuauflage jetzt neu und anders? Am auffälligsten ist natürlich der Grafikstil. Strahlender Diamant und Leuchtende Perle ersetzen die 2D-Pixeloptik der Originale durch einen drolligen Chibi-Look, der beim ersten Hinsehen stark an Bonbons und Konfetti erinnert. Knallige Farben, riesige Köpfe und strahlende Kulleraugen. Klar, der Stil ist Geschmackssache und wird definitiv nicht allen gefallen. 

Nach unserer Reise durch Zuckerberge und liebevoll gestaltete Städte voller Knuddelbewohner sind wir jedenfalls überzeugt. Der Chibi-Look passt nicht nur wunderbar zur ohnehin süßen Pokémonwelt, sondern wirkt im direkten Vergleich zu Schwert und Schild viel stimmiger. Gerade die Umgebungen der achten Generation wirkten mancherorts trist, hier ist definitiv das Gegenteil der Fall.

Große Kulleraugen und riesige Köpfe – der Chibi-Look ist zwar gewöhnungsbedürftig, passt aber wunderbar zum ohnehin kunterbunten Pokémon-Universum. Große Kulleraugen und riesige Köpfe – der Chibi-Look ist zwar gewöhnungsbedürftig, passt aber wunderbar zum ohnehin kunterbunten Pokémon-Universum.

Auf jeder Route und in jeder Stadt Sinnohs stecken so viel Liebe und Stilsicherheit, dass wir uns gar nicht daran sattsehen können. Floris bunte Blumenfelder, Blizzachs verschneite Wiesen und das grüne Dickicht des Ewigenwaldes – all das sieht wirklich fantastisch aus. 

Einziger Kritikpunkt: Im Gegenzug zu Schwert und Schild setzt Strahlender Diamant und Leuchtende Perle wieder auf reine Zufallskämpfe. Pokémon laufen also nicht frei im hohen Gras herum, sodass die Gegenden trotz des schönen Designs im direkten Vergleich stellenweise leblos wirken.

Sinnoh ist einfach wunderschön und abwechslungsreich. Dieses Dörfchen voller bunter Blumenfelder ist nur eines von vielen Beispielen. Sinnoh ist einfach wunderschön und abwechslungsreich. Dieses Dörfchen voller bunter Blumenfelder ist nur eines von vielen Beispielen.

Untergrund-Naturzone im Kleinformat

Aber nicht nur oberhalb Sinnohs hat sich einiges getan, sondern auch darunter. Denn in Strahlender Diamant und Perl kehren auch die Untergrundhöhlen in leicht überarbeiteter Form zurück und sorgen für etwas Abwechslung im Traineralltag. Wer das Original kennt, erinnert sich: Der Untergrund ist ein riesiger Komplex unterhalb von Sinnoh, in den wir von jeder beliebigen Stelle der Map aus mittels Erkundungsset hinabsteigen können. Hier können wir:

  • In einem Mining-Minispiel Fossilien oder seltene Items wie Donnersteine ergattern. Wie in der 2007er-Version bauen wir dazu einfach mit der Spitzhacke Steine ab und legen die Items nach und nach frei. Das funktioniert wahlweise via Knopf- oder Touchscreen-Steuerung der Switch.
  • Geheimbasen bauen: Wie in Rubin und Saphir dekorieren wir unseren eigenen kleinen Unterschlupf, beispielsweise mit Pokémon-Statuen, die wir im Untergrund ausgraben können. Unsere Freunde und Freundinnen können unsere Geheimbasen sogar besuchen und – abhängig von unseren Interior-Fähigkeiten – bewundern oder sich abfällig über sie äußern.

Wüsten, Täler und Lavahöhlen – Die Pokémon-Verstecke fallen zwar unterschiedlich aus, aufgrund ihres gleichförmigen Aufbaus haben wir uns allerdings schnell an ihnen sattgesehen. Wüsten, Täler und Lavahöhlen – Die Pokémon-Verstecke fallen zwar unterschiedlich aus, aufgrund ihres gleichförmigen Aufbaus haben wir uns allerdings schnell an ihnen sattgesehen.

Zusätzlich dazu wird Sinnohs Untergrund in den Remakes um ein komplett brandneues Feature erweitert: Pokémon-Verstecke, die ein wenig an die Naturzone von Schwert und Schild erinnern. Nur dass wir hier kein riesiges zusammenhängendes Gebiet mit frei drehbarer Kamera erkunden, sondern einzelne im Untergrund verteilte Areale bestehend aus unterschiedlichen Biotopen. 

Hier hausen Pokémon, die wir im hohen Gras der Oberfläche teils gar nicht auffinden. Im Waldareal läuft uns beispielsweise ein Schlurp über den Weg. In einer Wüstengegend treffen wir ein Bronzel und an einem Untergrundsee ein knuffiges Enton. Ein Besuch lohnt sich also durchaus. Schade nur, dass wir uns an den Verstecken aufgrund ihres gleichförmigen Aufbaus schnell sattgesehen haben. Hier hätten wir uns etwas mehr Varianz und Überraschungen gewünscht.

Abseits davon erwarten uns noch einige kleinere Neuerungen. Achtung, kleiner Trainer-Insider, wir holen zum Feature-Furienschlag aus:

  • Pokemon-Wettbewerbe: Wie schon in Rubin und Saphir wird in Wettbewerben nicht gekämpft, sondern die Coolness, Schönheit, Klugheit oder Stärke von einer Jury bewertet. Neu ist, dass wir unsere kleinen Biester jetzt in einem simplen Rhythmusminispiel tanzen lassen, das spielerisch jedoch kaum fordert.
  • Pokétch mit VM-Funktion: Eine Smartwatch mit neuer App, die uns VM-Attacken auf Knopfdruck einsetzen lässt, sodass wir keine Attacken-Slots unserer Pokémon dafür “verschwenden müssen”, super-praktisch!
  • Park der Freude: Ein kleines Areal, in dem wir mit unseren Pokémon spazieren gehen und Items finden können. Wirklich motivierend sind Besuche aber nicht, da wir hier nur herumlaufen, nicht aber mit Pokémon spielen können wie in Schwert und Schild.
  • Hamanasu-Park: Ein lohnenswertes Endgame-Gebiet, in dem wir ältere Legendäre Pokémon fangen können, zum Beispiel Lugia oder Ho-Oh. 

Den Hamanasu-Park könnt ihr hier noch einmal im Video betrachten:

Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle - Fängt Legendäre Pokémon im Hamanasu-Park 1:16 Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle - Fängt Legendäre Pokémon im Hamanasu-Park

Nostalgische Rückkehr nach Sinnoh

Strahlender Diamant und Leuchtende Perle liefern die pure Pokémon-Erfahrung aus dem Jahr 2007, verpackt in einem frischen Look und erweitert mit einer Handvoll kleinerer Neuerungen und Quality of Life-Verbesserungen. Und die modernisieren das 14 Jahre alte Sinnoh-Abenteuer sinnvoll, verändern es aber nicht großartig.

Lohnenswert sind die Remakes dennoch, sowohl für alte Fans als auch für Neulinge. Denn Strahlender Diamant und Leuchtende Perle schicken uns nicht nur auf einen wunderschönen Nostalgietrip, sondern auch auf ein zeitlos spaßiges und motivierendes RPG-Abenteuer.

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