Konsolen werden immer teurer und teurer. Gerade hat es zum wiederholten Mal die Xbox Series X|S getroffen – je nach Speicherkonfiguration werden die Microsoft-Konsolen 100 bis 150 Dollar (und dann wahrscheinlich auch Euro) teurer. Damit stellt sich zwangsweise die Frage: Kann Sony eine ähnliche Preiserhöhung vermeiden?
Ich bin mir ziemlich sicher: nein.
Die letzte Gelegenheit für eine bezahlbare PS5
Die Begründung für die Preisanstiege oder generell teure Hardware-Launches, wie bei der Steam Machine, lesen sich eigentlich immer gleich: Speicher ist teuer beziehungsweise wird er für die Konsolenhersteller immer teurer. Ursache dafür ist vor allem der Speicherhunger der KI-Industrie. RAM- und SSD-Module werden sowohl beim Training der Modelle benötigt, als auch letztendlich in der Anwendung.
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Gemeinsam durch die Hardware Krise: Warum die RAM-Knappheit uns alle angeht
Wie teuer sie genau werden? Zum Teil sprechen wir von einer zwei- bis vierfachen Preissteigerung innerhalb von einem halben Jahr.
So sieht der Preistrend in etwa aus:
- 2 GB DDR5-RAM
- 2. Januar 2026: 29 Dollar
- 24. März 2026: 38 Dollar
- 26. Juni 2026: 46 Dollar
- 8 GB MLC-SSD
- 2. Januar 2026: 7 Dollar
- 24. März 2026: 17 Dollar
- 26. Juni 2026: 28 Dollar
In der PS5 steckt zwar TLC-Speicher, dazu gibt es aber keine gesicherten Preise. Anhand der MLC-Preisentwicklung lässt sich aber ableiten, dass auch der im Grunde hochwertigere TLC-Speicher einen entsprechenden Anstieg vollzogen haben wird. Der März ist dabei auch von entscheidender Bedeutung, denn nur eine Woche später hat Sony die Preise für die PS5 um deftige 100 Euro angezogen:
Seitdem ist RAM-Speicher also noch einmal 20 Prozent teurer geworden, SSD-Module sogar satte 65 Prozent. Sony selbst hat zwar gegenüber Investoren bekannt gegeben, sich bis ins 2027 hinein Speicherkapazitäten gesichert zu haben, ob aber auch die Preise gehalten werden können, ist nicht klar.
Bereits im Februar meinte Sonys Finanzchefin Lin Tao, dass man zuversichtlich sei, dass die Konsequenzen durch die Preisanstiege minimiert werden sollen. Einen Monat später kam es dann trotzdem zur besagten Preiserhöhung um 100 Euro.
Und besonders mit Blick auf die Steam Machine zeichnet sich ein düsteres Bild:
- Valve konnte sich die Speichermodule kaum sichern
- und wenn, dann nur zu sehr hohen Preisen
Sony dürfte zwar besser mit den Speicherherstellern verzahnt sein, insbesondere mit Kioxia (früher Toshiba Memory), allerdings dürften auch hier auslaufende Verträge zu ansteigenden Kosten führen. Zumal es ja nicht ausgeschlossen ist, dass die Preise noch weiter in die Höhe gehen.
Was mich zu meiner jetzigen Empfehlung führt: Ich glaube, jetzt könnte ein guter Zeitpunkt sein, noch einmal zu einer PS5 oder PS5 Pro zu greifen. Es gibt die Disc-Variante der Slim aktuell bei vielen Anbietern vergünstigt für 549 Euro inklusive Blu-ray-Laufwerk, also auf dem preislichen Niveau von vor vier Jahren und der ersten großen Preiserhöhung.
Es könnte durchaus sein, dass solche Angebote in Anbetracht der Marktsituation bald wegfallen oder dann eben zusammen mit einer generellen Preiserhöhung nach oben geschraubt werden. Klar ist aber auch, dass ihr nicht sofort zugreifen müsst, denn in der Regel hat Sony in etwa eine Frist von knapp einer Woche gegeben, bis zu der die Preisanstiege durchgeführt werden. Es ist dann allerdings wiederum auch gut möglich, dass die Konsolen dann rasant vergriffen sind.
Eine weitere Sparoption ist sicherlich der Gebrauchtkauf, und ich habe damit zumindest gute Erfahrungen gemacht: Bei mir sind zwei PS5-Launch-Modelle im Einsatz, die ich mir damals auf Ebay gekauft habe und mir nie Probleme bereitet haben. Und auch bei der PS4 und PS4 Pro hatte ich zu Gebrauchtkonsolen gegriffen. Konsolen sind nun einmal ziemlich robust geworden. Das Ersparnis von 150 bis 200 Euro kann dann in weitere Spiele oder PlayStation Plus gesteckt werden.
Wie sieht es eigentlich bei Nintendo aus?
Die Switch 2 wird am ersten September teurer, allerdings "lediglich "nur" um 30 Euro. Sie verwendet wie die PS5 TLC-Speichermodule für den internen Speicher und energiesparenden LPDDR5X-RAM für Spieleberechnungen. Beides ist auf dem Markt gerade gefragt, weshalb auch die Switch 2 nicht von den Speicherpreisen verschont bleiben wird, Nintendo scheut sich aber wohl davor, den Preis für die Konsole noch weiter hochzuschrauben.
Laut Branchenanalysten wie Daniel Ahmad wohl aus dem Grund, dass sich Nintendo erst bei der neuen Konsole eine gewisse Spielerschaft aufbauen möchte. Für 2027 wird mit einer weiteren Preiserhöhung für die Switch 2 gerechnet, die dürfte aufgrund der niedrigeren Speicherkapazitäten und dem erst kürzlich erfolgten Launch aber nicht so heftig wie bei anderen Konsolen ausfallen.


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