PS6-Specs mit Ray-Tracing und KI: Diese Hardware könnte in der Next Gen-Konsole stecken

Auch wenn die PS6 noch nicht angekündigt wurde, ihre Technik wird bereits Jahre im Vorfeld geplant. Daher gibt es auch schon erste Leaks.

Die Technik der PS6 wird die der PS5 Pro wohl bei Weitem übertreffen. Die Technik der PS6 wird die der PS5 Pro wohl bei Weitem übertreffen.

Laut sich überschneidender Insider-Berichte wird der "Orion" getaufte PS6-Chip auf folgende Specs kommen:

  • Chip-Größe: 280 mm², gefertigt im 3 Nanometer-Verfahren bei TSMC
  • Energieverbrauch: 160 Watt
  • GPU: RDNA 5 mit 52 bis 54 Compute Units bei 2,6 bis 3 Gigahertz (circa 30 bis 40 TFLOPS)
  • CPU: 7 bis 8 Zen 6 Compact-Kerne + 2 Zen 6 Low Power-Kerne für das Betriebssystem
  • Speicher-Interface: 160 Bit für 30 bis 40 GDDR7-RAM

Bei klassischen Render-Techniken dürfte es damit den geringsten Performance-Zuwachs geben, Experten rechnen gerade einmal mit einer Verdopplung im Vergleich zu einer PS5. Die Stärken der PS6 sollen aber auch in anderen Bereichen liegen:

Ray-Tracing wird einen gewaltigen Boost erfahren

Ray-Tracing – also die präzise Berechnung von Lichtstrahlen zur realistischen Darstellung von Schatten und Lichtstimmungen – wurde bei der PS5 zwar bereits recht häufig genutzt, aber zumeist in einer niedrigen Qualität und/oder bei 30 fps.

Das liegt vor allem an der vergleichsweise schwachen RT-Hardware, denn in der Konsole sind lediglich AMDs Ray-Tracing-Beschleuniger der ersten Generation als Teil der RDNA 2-Architektur verbaut.

Für RDNA 5 soll das technische Grundgerüst komplett überarbeitet und auf Ray-Tracing zugeschnitten werden. Laut geleakter Dokumente wird RDNA 5 in der PS6 verwendet und liefert die 6- bis 12-fache Ray-Tracing-Leistung in Relation zur PS5:

Was bedeutet das in der Praxis? Da in Spielen in der Regel nur ein Teil der Grafikeffekte via Ray-Tracing dargestellt wird, dürft ihr nicht mit einer Vervielfachung der Framerate rechnen. Stattdessen gehen Insider bei einer theoretischen Verzehnfachung der RT-Performance von einer dreimal so hohen Framerate aus.

Der Branchenkenner KeplerL2 macht am Beispiel von Assassin's Creed Shadows beispielsweise deutlich, dass die Framerate des Ray-Tracing-Modus von 30 fps auf der PS5 auf knapp 100 fps auf der PS6 steigen würde.

Zudem bestünde die Möglichkeit häufiger sogenanntes Path-Tracing einzusetzen. Darunter versteht man eine komplettere Variante von Ray-Tracing, sich nicht auf wenige Abpraller von Lichtstrahlen und nur ein paar wenige Effekte beschränkt, sondern vollumfänglich die Beleuchtung kalkuliert.

Jüngst wurden seitens des Grafikkartenherstellers Nvidia auch Optimierungen bei transparenten Objekten wie der Spielvegetation und der Berechnungseffizienz erzielt, wie Digital Foundry berichtet:

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Sony und AMD könnte diese Techniken entsprechend für ihre Hardware-Komponenten adaptieren.

KI wird Ray-Tracing wohl Beine machen: Mit Ray Regeneration verfügt AMD über eine Technologie, die komplexere Ray-Tracing-Effekte ermöglicht, indem ein KI-Modell Lücken bei der Berechnung auffüllt. Die Technik wird laut Microsoft in der nächsten Xbox enthalten sein, und da sie ebenfalls AMD-Technik nutzt, liegt die Vermutung nahe, dass auch Sony darauf Zugriff hat.

AMD und Sony arbeiten an einem dedizierten Hardware-Block, der weitaus effizienter Ray-Tracing-Kalkulationen durchführen kann und weniger Ressourcen von anderen Komponenten abzwackt (Bildquelle: AMD). AMD und Sony arbeiten an einem dedizierten Hardware-Block, der weitaus effizienter Ray-Tracing-Kalkulationen durchführen kann und weniger Ressourcen von anderen Komponenten abzwackt (Bildquelle: AMD).

Zudem arbeiten die beiden Unternehmen an sogenannten Radiance Cores – die sollen die Beleuchtung einer Spielszene in Echtzeit mithilfe eines KI-Algorithmus analysieren, um Ray-Tracing-Effekte nicht ständig neu zu berechnen, sondern auf ausschließlich bei Veränderungen zu aktualisieren.

Ziel sei es laut Sonys Systemarchitekt Mark Cerny und AMDs General Manager of Graphics and Computing die Effizienz bei Ray-Tracing-Berechnungen deutlich zu steigern:

Video starten 8:56 Sony und AMD sprechen über PSSR, Pathtracing und mehr PS6-Technik

Neue Architektur mit jeder Menge KI-Power

RDNA 5 strukturiert AMD-Grafikeinheiten neu und erweitert sie um sogenannte Neural Arrays. Das bedeutet, dass die KI-Kerne der PS6 nicht mehr für sich alleinstehend betrachtet werden, so wie bei der PS5 Pro, sondern als großer "KI-Motor".

Die Neural Arrays sollen das Skalieren via PlayStation Super Resolution effizienter machen und somit mehr Bildschärfe aus niedrig aufgelösten Spielen holen. Auch ist es hochgradig wahrscheinlich, dass via Frame Generation zusätzliche Bilder für eine flüssigere Darstellung generiert werden können. Darauf weist auch ein LinkedIn-Eintrag eines Sony-Forschers hin (via mp1st).

Darüber hinaus sollen die Arrays die Darstellung von Ray-Tracing verbessern und KI-Features ermöglichen, die sich "jetzt gerade erst in der Entwicklung befinden".

Was darunter zählen könnte? Ähnlich wie auch Konkurrent Nvidia könnten sich Sony und AMD an sogenanten neuralen Materialien versuchen, die hochgradig realistische Texturen auf KI-Basis erzeugen.

Ein weiterer Faktor könnte die Komprimierung von Assets sein – laut AMD und Sony wurde ein Universal Compression-Algorithmus entwickelt, der den Speicherbedarf von Texturen und Co. verkleinert. Somit wäre es möglich, mehr Daten von der GPU berechnen zu lassen. Ob dabei ebenfalls ein KI-Modell zum Einsatz kommt, ist aber noch nicht bekannt.

Ist das mit den aktuellen Speicherpreisen überhaupt denkbar?

Ray-Tracing und KI-Berechnungen nehmen viel Arbeitsspeicher in Beschlag – sei es um Daten zu verarbeiten oder große KI-Modelle zu laden. Die PS6 wird also einen großen Sprung beim RAM vollführen müssen, auch wenn Assets wie Texturen besser komprimiert werden könnten. Von mindestens 30 Gigabyte ist bei Insidern die Rede und das könnte ganz schön teuer werden.

Auch der Hauptprozessor wird einen Sprung machen

Die PS5 hat zwar einen überraschend großen Sprung bei der CPU-Performance vollführt, allerdings stößt der Prozessor in Spielen mit vielen NPCs und Physiksimulationen wie Baldur's Gate 3, Crimson Desert und Cyberpunk 2077 an seine Grenzen.

Die Zen 2-Architektur der PS5 wird aller Voraussicht nach durch Zen 6 ersetzt, wodurch deutlich mehr Leistung freigesetzt wird. Dabei wird auch ein neues Design verwendet: So wird es neben 7 bis 8 leistungsfähigen "Compact"-Kernen auch noch zwei effiziente Low Power-Kerne geben, auf denen das Betriebssystem ausgelagert wird, und auf denen Medien-Apps wie Netflix oder Prime Video energiesparend laufen könnten.

Beidseitige Kühlung?

Vor wenigen Jahren ließ sich Sony eine Kühllösung patentieren, die leistungsstarke und damit heiß laufende Prozessoren auf Betriebstemperatur halten soll. Wir rechnen aber eher mit einem traditionellen Kühler, der wie bei der PS5 mit einer Flüssigmetallpaste an die Recheneinheit angebunden ist.

Mit angeblich 160 Watt im Spielbetrieb soll die PS6 ohnehin sehr effizient sein, weshalb mit der Flüssigmetallkühlung erneut ein auf lange Sicht niedriger Geräuschpegel erzielt werden könnte.

Noch kürzere Ladezeiten, aber auch mehr Speicherplatz?

Bei der PS5 waren es vor allem die Ladezeiten und die geschmeidig zu bedienende Oberfläche, die für einen gewaltigen Sprung im Vergleich zur PS4 sorgten. Grund dafür war der Umstieg von mechanischen Festplatten hin zu NVMe-SSDs, die Daten elektrisch speichern.

Dabei kam der PCI-Express-Standard der vierten Generation zum Einsatz, die fünfte konnte sich aber bereits etablieren. Die Datentransferrate könnte sich dann von reellen 5,5 auf 10 bis 14 Gigabyte pro Sekunde erhöhen, wodurch Texturen in noch höheren Auflösungen vorliegen könnten. Auch Spielewelten dürften damit eine Nummer größer ausfallen.

Ratchet + Clank: Rift Apart ist eines der Spiele, die die interne SSD der PS5 voll ausreizen. Ratchet & Clank: Rift Apart ist eines der Spiele, die die interne SSD der PS5 voll ausreizen.

Aber reicht dafür dann der Speicherplatz? Im Zuge des KI-Booms sind Preise für Speichermodule jedweder couleur regelrecht explodiert. Sony dürfte zwar bereits Verträge für die Produktion der PS6 abgeschlossen haben und generell günstiger an SSD-Speicher als Konsumenten kommen, der Preisdruck könnte sich aber auch dort bemerkbar machen.

Immerhin hat der PlayStation-Hersteller auch bereits den Speicherplatz eines Modells heimlich reduziert:

Es wäre daher durchaus denkbar, dass es auf 1 Terabyte hinausläuft, eventuell wieder ein paar hundert Gigabyte weniger.

Spielt 8K bei der PS6 eine Rolle?

Fernseher mit 8K-Auflösung sind bereits zu saftigen Preisen erhältlich, bis sie von der breiten Masse angenommen werden, wird aber noch viel Zeit vergehen. Der PS6 könnte es zwar möglich sein, 8K-Filmmaterial wiederzugeben, bei Spielen ist das aber sehr unwahrscheinlich.

Zumindest im Hinblick auf eine echte 8K-Auflösung, die immerhin viermal so viele Pixel wie 4K darstellt. Allerdings müssen die Pixel ja nicht zwangsläufig "echt" sein, sondern könnten auch von einem KI-Upscaler wie PSSR aufgefüllt worden sein. Das geht auf der PS5 Pro beispielsweise bereits in Gran Turismo 7 und No Man's Sky, die beide 8K ausgeben und dafür KI verwenden.

HDMI 2.1 oder HDMI 2.2?

Das HDMI-Forum hat mittlerweile die HDMI 2.2-Spezifikation und die damit verbundenen Ultra96-Kabel enthüllt:

Damit wäre unkomprimiertes 8K bei 60 fps und HDR mit der maximalen Farbgenauigkeit möglich. Zum Vergleich: Die PS5 und auch die PS5 Pro kommen aktuell auf eine HDMI-Bandbreite von 32 Gigabit pro Sekunde, weshalb im 120 Hz-Modus bei 4K beispielsweise die Farbgenauigkeit via Chroma-Subsampling sinkt, wobei das in der Praxis nicht sichtbar sein sollte:

Für 8K mit 60 fps muss auf der PS5 Pro zusätzlich Dynamic Stream Compression zugeschaltet werden, die Bildübertragung wird also mittels eines Algorithmus komprimiert, wobei der Qualitätsverlust auch dort visuell nicht erkennbar sein soll.

Mit HDMI 2.2 könnte auf beide Verfahren verzichtet werden, die Bildübertragung wäre also in jedem Fall verlustfrei.

Kein Laufwerk zum Release

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Sony aufgrund des geringeren Anteils physischer Spieleverkäufe wie auch bei der PS5 Pro auf ein Modell mit Blu-ray-Laufwerk verzichtet. Darauf weist auch ein Report von Insider Gaming hin. Stattdessen wird es wohl erneut auf ein abnehmbares Blu-ray-Addon hinauslaufen, das einfach an die Konsole geclipped werden kann.

Gibt es zwei Varianten der PS6 mit unterschiedlicher Technik?

Schon lange gibt es Gerüchte, dass Sony zwei Varianten der PS6 anbieten wird, die sich technisch stark voneinander unterscheiden. Dabei soll es nicht so wie bei der Series S und der Series X sein, also dass es zwei Konsolen gibt, die in verschiedenen Leistungs- und Preisklassen rangieren.

Stattdessen gibt es woh einen Handheld: Neben der normalen Konsole soll es gleichzeitig auch noch einen leistungsschwächeres Mobilgerät mit eigenem Display geben, auf dem PS4-, PS5- und PS6-Spielen laufen.

Mehr darüber erfahrt ihr hier:

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