120 FPS in Halo, Dirt 5 & Co.: Was bringen die höheren Framerates?

Manche Konsolenspiele werden kommende Generation eine Framerate von bis zu 120 FPS unterstützen. Welche Vorteile ihr dadurch genießen könnt und worauf ihr achten müsst.

von Erik Körner,
11.08.2020 08:30 Uhr

DiRT 5 ist einer der Titel, die 120 FPS bieten werden. DiRT 5 ist einer der Titel, die 120 FPS bieten werden.

Vor Kurzem bestätigte Microsoft: Der Multiplayer von Halo Infinite wird mit einer Framerate von bis zu 120 FPS (Frames pro Sekunde) laufen. Und laut PlayStation-CEO Jim Ryan soll auch die PS5 120 FPS packen.

Der offensichtlichste Vorteil von 120 FPS: Durch die butterweiche Darstellung wirken Spiele noch klarer. Zum Beispiel reduziert eine höhere Framerate die Bewegungsunschärfe. Dadurch verschwimmt die Umwelt selbst bei schnellen Kamerafahrten weniger. Besonders in hektischen Titeln sollte das helfen, den Überblick zu behalten.

Dass alle Spiele der nächsten Generation 120 FPS unterstützen werden, ist eher unwahrscheinlich. Eine so hohe Framerate konstant zu halten, geht in der Regel auf Kosten der Grafik. Epochale Singleplayer-Abenteuer werden womöglich mit 60 FPS, dafür aber in knackiger 4k-Auflösung laufen.

Mehr Bilder, weniger Lag

Wahrscheinlicher ist, dass die meisten Multiplayer-Titel einen 120-FPS-Modus bekommen. Renn- und Sportspiele, Fighting Games und Shooter sind die offensichtlichsten Kandidaten, wie unter anderem Halo Infinite zeigt. Denn solche Spiele profitieren am ehesten vom wohl größten Vorteil hoher Framerates: dem drastisch reduzierten Input Lag.

Zur Verständnis: Input Lag beschreibt die Zeit, die zwischen dem Ankommen und der Ausgabe des Bildsignals vergeht.

Bildschirme mit einer Bildwiederholungsfrequenz von 60 Hertz zeigen bei 60 FPS alle 16.67 Millisekunden ein neues Bild. 120hz-Bildschirme brauchen dafür bei 120 FPS nur die Hälfte der Zeit. In der Praxis bedeutet das zum Beispiel, Gegner schneller zu erkennen oder zügiger auf ihre Manöver reagieren zu können.

Gerade bei schnellen Shootern (hier die Kampagne von Halo Infinite) können 120 FPS vorteilhaft sein. Gerade bei schnellen Shootern (hier die Kampagne von Halo Infinite) können 120 FPS vorteilhaft sein.

Wollt ihr den Input Lag auf ein Minimum reduzieren, müsst ihr außerdem bei der Wahl eures Bildschirms aufpassen. Jeder Bildschirm hat bestimmte Reaktionszeiten. Sie geben an, wie lange ein Farbwechsel dauert. Langsame Reaktionszeiten bei einer hohen Framerate führen zu Schlieren, da der Bildschirm bei der Darstellung der vielen Frames nicht hinterherkommt.

Monitore mit hoher Bildwiederholungsfrequenz haben oft eine Reaktionszeit von nur 1ms; neueste Fernseher pendeln sich im 120hz-Modus mittlerweile bei guten 6 bis 7ms ein. Zum Vergleich: Die Reaktionszeit derselben Fernseher beträgt im 60hz-Modus 12 bis 14ms.

Welche Fernseher nicht nur problemlos hohe Framerates darstellen können, sondern auch 4k- und 8k-Inhalte, haben wir bereits für euch herausgefunden.

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Eine gute Nachricht: Für weniger Input Lag ist ein 120hz-Bildschirm kein Muss. Obwohl 60hz-Bildschirme nicht 120 FPS darstellen können, erhalten sie pro Sekunde trotzdem 120 Bilder. Das gezeigte Spielgeschehen ist damit stets aktueller als bei Spielen mit 60 FPS. Ihr Input Lag ist wegen der niedrigeren Bildwiederholungsfrequenz dennoch höher als bei 120hz-Geräten.

Wird Crossplay ausgeglichener?

Sollte 120 FPS künftig der Standard im Konsolen-Multiplayer werden, könnte das außerdem für ausgeglichenere Matches zwischen PC- und PlayStation- oder XBox-Spielern sorgen. In Multiplayer-Titeln für PC sind 144 FPS oder sogar 240 FPS seit Jahren Standard. Natürlich sind die wenigen Millisekunden Unterschied kaum spürbar und mit bloßem Auge fast nicht zu erkennen.

Doch in kompetitiven Matches können selbst die kleinsten Vorteile über Sieg oder Niederlage entscheiden. Wenn Konsolen in Sachen FPS nachziehen, würden PC-Spieler zumindest eines ihrer bisherigen Asse im Ärmel verlieren.

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